Kaisersaschern Blues

Sonntag, 27. Juni 2004

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Komme mir vor wie ein Fußballfan.
Nach drei Monaten im Städtchen jetzt die unvermeidlichen drei P: Putzen, Packen Apreisen.
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Mittwoch, 16. Juni 2004

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Nicht sehr vertrauenserweckend, der Pizzamann, mit Schürze und Firmen-T-Shirt, in der Mittagspause beim Dönerschmied.
Auf dem Sportplatz stellen 4 vielleicht 10-jährige Jungs die Tore von gestern nach.
Jetzt bist du aber mal Oli Kahn.
- Nee, ich will nich.

Erinnere mich an die wilden Colt-Sievers-Szenen auf dem Schulhof. Immer dienstags. Da wollte niemand Howie sein. Kleiner.

Freitag, 11. Juni 2004

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Zwei Handvoll Berufsschülerinnen und Berufsschüler und icke und ein paar Texte. Die Reaktionen zum Teil unerwartet, gerade da, wo sie nicht erfolgte. Kleiner Text, eine Studie zu Kleinstädten, die Enge, die Perspektivlosigkeit mit stärkster Beachtung. Die lustigen Geschichtchen, naja, lacht man, was soll man drüber sagen. Auf die Frage, was sie nach Erlangung der Fachhochschulreife machen werden, nichts konkretes, nur in einem klar: "Weg hier.". Das ist nicht unbedingt überraschend, in der Einhelligkeit aber doch erstaunlich. So viel zum Aufschwung Ost. Einiges gelernt heute, die (Obacht! Fachbegriff) jungen Erwachsenen haben sich, glaub ich, nicht groß gelangweilt, alles im grünen Bereich also.
Ich hab jetzt Kuchen und Blumen (aus dem Schulgarten), wenn ich noch eine gestickte Tischdecke fänd, könnt ich einen Großmutter-Gedenk-Kaffee veranstalten.

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Stark vor Ort.
Blaue Schrift auf gelbem Grund. Sonst nichts. Die FDP und ihre tiefe lokale Verwurzelung zu beobachten ist jammervoll. Kein Bild der hiesigen Leute, keins von der Stadt, wenigstens aus dem Land, nichts dergleichen. Nur dieses offensichtlich aus der Bundeszentrale geschickte Plakat. Im Kino dazu diese alberne Europawahlwerbung. Man könnt direkt Mitleid bekommen.
But then again... No.
Auf der Wahlkampfinformationsveranstaltung der Lokalzeitung vornehmlich Parteivolk, dumme Sprüche, Publikumsfragen wie aus dem Bundestag ("Sind Sie nicht auch der Meinung, dass...") und beim anschliessenden Umtrunk der Chefjournalist unangenehm laut, erzwungen fröhlich, wichtiger Mann. An der Bar Jungkader, die gleichen charakterlosen Gesichter wie in Berlin. Auszubildende bei der Sparkasse. Charme toter Quallen. Nur, was machen die hier? Karriereziel Kreistag?

Samstag, 5. Juni 2004

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Jeanette Biedermann macht einen auf Rockröhre.
Mit diesem Namen.
In einem Monat kommt Suzi Quatro in das Städtchen, aber da bin ich schon wieder in Rock-City.

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Heut Nachmittag geht's los. Die Topacts: Jeanette Biedermann und Truckstop. Programm für die ganze Familie also. Für mich kostenlos, ich wohne praktisch auf der Festwiese. Vom Nebengebäude habe ich einen ausgezeichneten Blick auf die mobilen Sanitäranlagen.
Ich werde irgendwas lustiges schreiben.
Auf dem Notizzettel steht:
-Nieselregen
-Kurzschluss
-Stromgitarre

Freitag, 4. Juni 2004

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Denk ich doch eben: Was bimmelt denn die Kirche schon wieder, hat Gott ein Selbstbewußtseinsproblem, aber dann ist es nur der Soundcheck von der Bühnenanlage im Stadtpark, den die Sturmtruppen von Messebau und Catering zum Zwecke eines Musikfestivals in den letzten drei Tagen gehörig verwüstet haben. Hells Bells ausgerechnet. Als die Kirchenglocke dann tatsächlich zur halben Stunde läutet, ist sie kaum zu hören. Das wird ein Wochenende

Donnerstag, 3. Juni 2004

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Vier Schwalben, ein Nest.
It's the wild, wild west.

Mittwoch, 2. Juni 2004

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Ist es nur ein blödes Vorurteil, wenn ich, beim Spaziergang am Kanal so einiger nicht mal 20-jähriger Angler ansichtig geworden, denke: So jung und schon so fertig?

Donnerstag, 27. Mai 2004

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Zweimal Kino heute. Deutsche Filme. Einer von einem Horst Petersen und einer von Lutz Emmerich. Lutz eindeutig unterhaltsamer, im Gegensatz zu seinem früheren, völlig ironiefreien "Tag der Einheit" habe ich mich bei "Übermorgen" so manches Mal richtiggehend amüsiert. Das aber nur nebenbei. Die eigentlich interessante Beobachtung des Tages waren fegende Frauen. Beide Male auf dem Rückweg vom Kino sah ich Frauen den Bürgersteig vor ihren Wohnhäusern fegen, eine den Rinnstein gleich mit. Da musste ich an die ältere Dame in Rostock denken, die ich immer die Mülltonnen mit dem Putzlappen reinigen sah.
Ich habe durchaus Verständnis für Menschen, die ihre Wohnung regelmäßig putzen, ja, da bin ich tolerant, aber das, was die da machen, das geht eindeutig zu weit.
Der implizite Vorwurf, der da bei jedem Wischen mitschwingt, der macht mich richtig böse.

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